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Pflanzenschutz
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Yucca x karlsruhensis

www wuestengarten.at
 

Pflanzenschutz und Düngung bei Kakteen und Yuccas

Krankheiten und Schädlinge sind natürlich wie in jeder Kultur auch ein Thema.
Nur spricht selten jemand gerne darüber!

 

SnekTierische Schädlinge gibt es im Freiland auf Kakteen und Sukkulenten kaum. Einzig 100_2935Nacktschnecken haben mir schon einige Kakteen angefressen. Gefahr besteht eigentlich nur in der Wachstumszeit, wenn das Gewebe noch weich ist. Zwischen den Steinen finden sie eine perfekte feucht-warme Umgebung und das Futter wächst gleich vor der Haustüre. Ihnen rückt man am besten mit Schneckenkorn zu Leibe, denn ist ein Kaktus einmal angefressen kann es schnell zu Fäulnis kommen! Das Bild zeigt einen Echinocereus triglochidiatus bei der Regeneration eines angefressenen Vegedationspunktes.

Leider sind einige Yuccas anfällig auf die sogenannte „Brennfleckenkrankheit“. Vor allem breitblättrige Arten wie in meinem Beispiel Yucca gloriosa ‚Variegata’ werden befallen, die Krankheit kann aber auch auf Kakteen übergreifen. Dieser Erreger ist recht verbreitet, doch wird er für gewöhnlich im Garten nicht sonderlich beachtet. Der Pilz überdauert den Winter in Form von Sporen im Boden, auf Pflanzenresten, Werkzeug und sogar auf Samen. Im Frühjahr werden die Sporen dann durch Wind oder durch die Gartenarbeit auf die Blattfläche transportiert, wo sie daraufhin keimen. Die idealen Bedingungen für seine Entwicklung liegt bei 22°C und einer Luftfeuchte von 85%. Allerdings können die Sporen in einem Temperaturbereich von 5 bis 35°C keimen, wobei bei tieferen Temperaturen die Entwicklung langsamer ist und die Feuchtigkeit entsprechend länger anhalten muss. Zu Beginn erkennt man nur kleine gelbe Punkte die sich ausbreiten. Der befallene Randbereich um die Punkte kann dunkler erscheinen und etwas glasig wirken.

Brennfleckenkrankheit an Yucca gloriosa 'Variegata'Brennfleckenkrankheit an Yucca gloriosa 'Variegata'.

Diese Krankheit ist aber gut bekämpfbar, wenn man einige Regeln befolgt:

  • Stark befallene Blätter müssen abgeschnitten und verbrannt, oder im Müll entsorgt werden. Nicht auf den Kompost werfen!
  • Eine Spritzung mit Grünkupfer im Spätherbst verhindert eine Neuinfektion der Blätter in den Wintermonaten und kann im Frühjahr wiederholt werden. Grünkupfer hat eine sehr gute Haftfähigkeit von mindestens 2 Monaten, jedoch ist auf gute Benetzung aller Pflanzenteile zu achten.
  • Zur Sicherheit spritzte ich maximal 2 mal jährlich in der Wachstumszeit Saprol plus oder Ortiva welche eine systemische Wirkung haben und somit in der ganzen Pflanze durch den Saftstrom verteilt werden. Auch Dithane M45 wirkt gegen diesen Pilz, muss aber ebenso wie Grünkupfer vorsorglich ausgebracht werden. Diese beiden Mittel werden nicht von den Pflanzen aufgenommen, sondern verhindern an der Oberfläche ein keimen der Pilzsporen.
  • Da viele Bartiris (z.B. Iris germanica) ebenfalls von der Brennfleckenkrankheit befallen werden können, werden auch diese Pflanzen auf Befall kontrolliert und gegebenenfalls mitbehandelt. Das abgestorbene Laub am besten schon im Herbst entfernen. Seit ich so vorgehe habe ich keine größeren Probleme mehr mit dieser Krankheit.
  • Alle, die ungern chemische Pflanzenschutzmittel verwenden, werden mit guter Pflanzenhygiene und einer Kupferspritzung im Herbst und Frühjahr sicher auch sehr gute Ergebnisse erzielen.
  • Weitere chemische Pflanzenschutzmittel mit einer Wirkung gegen diesen Schaderreger sind z.B. Folicur, Rovral und Score.

Brennfleckenkrankheit an OpuntieBrennfleckenkrankheit an Opuntie.Grünkupfer verhindert eine Infektion über die Wintermonate, und wirkt praktischer Weise gegen eine Vielzahl von Krankheitserregern. Auch Rost, der gerne Opuntia humifusa befällt, wird bekämpft. Deshalb rate ich allen vorsorglich eine Anwendung mit Grünkupfer, etwa in der Zeit, in der man den Regenschutz anbringt. Es hat sich gezeigt, dass Yuccas und Opuntien eine Kupferspritzung aber auch in der Wachstumszeit vertragen.

Eine weitere Gefahr birgt regnerisches Wetter in der Blütezeit. Nasse, zusammen geklumpte Blüten können zu faulen beginnen und die ganze Pflanze infizieren. Beim Erreger handelt es sich um Botrytis, dem Grauschimmel. Auch Früchte und der Neutrieb können befallen werden. Darum sollte man seine Pflanzen regelmäßig kontrollieren, Schadstellen mit einem scharfen Messer bis ins gesunde Gewebe ausschneiden und mit geeignetem Desinfektionsmittel desinfizieren. Von Nieß Gerald bekam ich den Tipp, vorsorglich bei trüben Wetter Aliete WG auszubringen, welches die Pflanzen stärkt und gegen Infektionen schützt.

Ein größeres Problem, da schwerer zu bekämpfen, kann Fusariumgesunde Opuntia Fusarium an Opuntiaim Freiland darstellen. Am leichtesten erkennt man diese Krankheit an der Rotfärbung der Leitungsbahnen. Die Ansteckung erfolgt über die Wurzeln, wodurch die Pflanzen von unten her verfaulen. Deshalb ist beim Entfernen von befallenen Pflanzen auch großzügig das Substrat zu tauschen. Erkennt man eine Infektion früh genug, hat man die Möglichkeit gesunde Triebe abzutrennen und zu bewurzeln. Pflanzen davon zu kurieren ist ziemlich aussichtslos. Mögliche Pflanzenschutzmittel wären Decarol, Rovral und Tachigaren, wobei bei allen Mitteln eine vorsorgliche Behandlung empfohlen wird. Überzeugt von der ausreichenden Wirkung dieser Mittel bin ich allerdings nicht. Ich setze vermehrt auf biologische Pflanzenstärkungsmittel wie Vitalan. Außerdem behandle ich wurzelnackte Ware mit RhizoPlus Trockenbeize (Bacillus subtilis FZB24) und bringe zusätzlich RhizoVital flüssig (Bacillus amyloliquefaciens FZB42) aus. Diese Mikroorganismen leben ähnlich der Mykorrhizapilze mit den Pflanzenwurzeln in Symbiose, reagieren aber nicht empfindlich auf Fungizide.

PhytophthoraEine weitere Pilzkrankheit bei Kakteen aber auch vielen anderen Pflanzen stellt Phytophthora dar. Bekämpfen kann man diesen Schadpilz mit Previcur N, welches den Wirkstoff Propamocarb enthält. Besser ist es aber durch Verbesserung der Bodenbedingungen dieser Erkrankung vorzubeugen.

Eine Pflanze, die vermutlich durch Phytophthora zerstört wurde.
 

Ein sehr ausführlicher Beitrag von Dr. Günther Hentzschel auf der Homepage von Franz Kühhas über Pilzbekämpfung in Kakteensammlungen ist scheinbar nicht mehr verfügbar. Da diese Seite leider nicht mehr erreichbar ist, möchte ich diesen Beitrag nun aus meinem privaten Archiv einbinden.

 Kälteflecken: Durch Frost entstehen ebenfalls bei breitblättrigen Yucca Arten wie hier wieder am Beispiel Yucca gloriosa ’Variegata’ sogenannte Kälteflecken. Yucca_recurvifoliaSolche Flecken sind durchaus normal und bei steigenden Temperaturen verschwinden sie rasch wieder. Frostschäden zeigen sich durch hellere Verfärbungen, nicht mit dunklen Flecken. Wer dennoch unsicher ist, kann mit einen einfachen Trick überprüfen, ob das Blattgewebe geschädigt wurde oder nicht: Man hält das Blatt kurze Zeit zwischen 2 Fingern bis sich die Stelle erwärmt hat. Ist das Gewebe noch gesund, sind die Flecken an dieser Stelle verschwunden. Durch lange anhaltenden Frost werden außerdem die Stämme von Yucca gloriosa und Yucca recurvifolia weich und elastisch. Es kann sehr dramatisch aussehen, wenn sich die Stämme plötzlich verbiegen und Äste schlapp herunterhängen. Grund dafür ist, weil die Stämme der Palmlilien nicht verholzen. Ich vermute die Pflanzen schützen sich durch den geringeren Zelldruck gegen Frostschäden.1770453627459d7bfabd651 Das Selbe passiert, wenn die Pflanzen zu trocken stehen, was bei uns aber nur bei Topfkultur vorkommt. Ich bin der Meinung, dass sich die Stämme wieder eigenständig und vollständig aufrichten können. Im Garten wird man natürlich mit einem Stock schnell zur Stelle sein und seine geliebten Pflanze helfen wieder hoch zu kommen. Verzweigte Pflanzen mit großen Blattkronen können durch das Schlaff werden des Gewebes aber sehr wohl Astbruch erleiden. Ein Fixieren der Äste über den Winter beugt dem vor und verhindert auch möglichen Schneebruch.

Gedüngt wird von Ende Mai bis Anfang August etwa zwei bis drei mal mit hochwertigen Blattdüngern. Ich verwende meist Wuxal Super in halber Konzentration. Aber auch andere Dünger wie z. B. Substral für Balkonblumen erscheinen mir geeignet. Zusätzlich können ergänzende Pflanzenstärkungsmittel wie schon oben erwähnt Vitalan, Algen- oder Baldrianextrakte beigefügt werden. Ausgebracht wird mit der Gieskanne: die Pflanzen werden einfach mit der Düngerlösung im Schnelldurchgang überbraust. Manche Dünger wie Nutri-Phite (Phosphor und Kalium - Düngemittel) werden im Frühjahr und ungefähr Ende August auch mit dem Sprühgerät ausgebracht.

Vom “Kakteen brauchen keinen Dünger” halte ich ebenso wenig wie die Verwendung von Blaukorn bei Kugelkakteen. Sparsam eingesetzt ist Blaukorn aber eine günstige Alternative zum Düngen von Yuccas und stark wachsenden Opuntien.

Gerhard Gußmagg

© Gerhard Gußmagg 2008-2012