www.wuestengarten.at
www.wuestengarten.at

www wuestengarten.at
 

Bau eines Moorbeetes

Als Moorbeet werden häufig Pflanzungen von Rhododendron und Azalee, sogenannten „Moorbeetpflanzen“ bezeichnet, was aber nicht ganz richtig ist.

Hier geht es um den Bau eines nährstoffarmen, staunassen Moorbeetes, welches in erster Linie als Pflanzbeet für die Carnivoren (Insektivoren) dient.

„Grob gesagt baut man einen Folienteich, welchen man mit Torf befüllt“.

Erst hebt man eine einfache Grube mit etwa 50 – 60 cm tiefe aus.

P1110366

Diese Grube kleidet man mit einem Vlies aus. Am besten verwendet man spezielles Teichbauvlies. In meinem Fall haben wir ein 300 Gramm Vlies verwendet. Darauf verlegt man die Teichfolie. Ich empfehle auf die immer noch üblichen PVC- Folien zu verzichten und stattdessen Produkte ohne schädliche Weichmacher zu verwenden. Am einfachsten ist die Verlegung von Kautschukfolien und kann von jedermann leicht selbst durchgeführt werden. Polyethylenfolien sind ebenfalls sehr dauerhaft, müssen aber von professionellen Folienschweißern verlegt werden. Diese Folien sind als LDPE (weich) und HDPE (hart, in 2 mm Stärke auch für Rhizomsperren von Bambus geeignet) erhältlich. Alternativ kann man natürlich auch Fertigbecken verwenden.

Auf den Grund des Beckens stellt man umgedrehte, feste Töpfe oder aufgeschnittene Kanister. Ich habe dabei ebenfalls nur Töpfe aus Polyethylen verwendet, da sie sehr stabil sind. Diese Gefäße dienen als Wasserreservoir. Es ist sehr wichtig geschlossene Gefäße oben und unten zu öffnen, damit das Wasser ungehindert eindringen und bei Bedarf wieder ausfliesen kann, ohne dass sich darin ein Vakuum bildet.

P1110469

Ein Überlauf sollte den Wasserstand auf etwa 10 cm unter der Mooroberfläche begrenzen. Eine andere Möglichkeit wäre die Erhöhung der Pflanzfläche. Zusätzlich besteht die Möglichkeit ein Rohr senkrecht zu integrieren um später dort den Wasserstand zu kontrollieren. Ich halte es aber nicht für notwendig.

Jetzt kann das Becken bereits mit groben Torf befüllt werden. Am besten geeignet ist reiner, grober Weißtorf. Häufig wird in den Gärtnereien und Gartencentern nur sehr feiner Weißtorf angeboten. Dieser ist leider ungeeignet, da er sich sehr schwer befeuchten läst, verschwemmt wird und für viele Pflanzen eine zu feine Struktur aufweist. Ich hatte das Glück Fasertorf lose beziehen zu können. Es ist darauf zu achten, dass der Torf zwischen den Behältern bis zum Boden des Beckens reicht und rundherum angetreten wird. So kann er später wie ein Docht die Feuchtigkeit nach oben saugen.

Bevor das Moor ganz mit Torf befüllt ist und fertig ausgestaltet wird empfehle ich es mit Wasser zu befüllen und einen Tag ruhen zu lassen. So kann sich der Torf erst einmal vollsaugen und setzen.

P1110717

Gestochene Torfblöcke können sehr gut als Abgrenzung und zur Modellierung von sogenannten “Mooraugen” (einer Vertiefung mit gelegentlichem Wasserstand) verwendet werden. Leider ist es in meiner Gegend sehr schwer und kostspielig an solche Torfblöcke zu kommen, weshalb ich darauf auch verzichten musste.
Ist das Becken fertig befüllt und größere Dekorationsgegenstände wie z.B. ein Wurzelstock an seinem Platz, kann die überflüssige Folie abgeschnitten werden. Die Folie soll aber so hoch gehalten werden, dass der umliegende Boden keinen Kontakt zum Torf im Moorbeet hat. Ansonsten saugt das Erdreich und einwachsende Pflanzenwurzeln das Wasser heraus und man hat sehr hohen Wasserverbrauch.

Zu guter Letzt kommt die schönste Arbeit: verteilen und einsetzten der Pflanzen!

P1190369.

Natürlich kann man so ein Moor auch nur im Trog, Kübel oder Topf anlegen. Die Grundregeln sind immer die Selben:

  • ständig feuchtes Substrat (grober Torf)
  • keine Dünger verwenden
  • am besten kalkfreies Wasser (Regenwasser) zum Gießen und Auffüllen verwenden.

Wir können ein solches Moorbeet nur wärmstens empfehlen, denn es ist pflegeleicht und das ganze Jahr über attraktiv!

Gerhard & Birgit Gußmagg

© Gerhard Gußmagg 2008-2014